Vizeweltmeistertitel für deutschen Frauen-Doppelvierer mit Judith Sievers

Bei den Weltmeisterschaften der unter 23jährigen gewann der deutsche Frauen Doppelvierer mit der noch 19jährigen Judith Sievers von der Rudervereinigung Kappeln im TSV Kappeln von 1876 e.V. die Silbermedaille. Das Boot des Deutschen Ruderverbandes mit Judith Sievers sowie Mareike Adams (Essen), Marie-Cathérine Arnold (Hannover) und Ulrike Törpsch (Pirna) musste sich nur den starken Australierinnen geschlagen geben und kam vor Neuseeland ins Ziel. Die Plätze vier bis sechs belegten Polen, Italien und Rumänien.

Nach dem Vorlaufsieg gegen die späteren Medaillengewinnerinnen aus Australien und Neuseeland war das deutsche Boot direkt in das Finale eingezogen und gehörte zu den Favoritinnen. Dies war im anderen Vorlauf nur den Polinnen gelungen. Alle anderen Boote mussten in die Hoffnungsläufe. Hier jedoch glückte Australien ein Paukenschlag. Bei günstigen äußeren Bedingungen ruderte die Mannschaft von der anderen Seite der Erde zu einem neuen Weltrekord und machte damit ebenfalls Titelambitionen deutlich. „Der Weltrekord der Australierinnen hat uns schon beeindruckt, aber wir wollten uns auch im Finale auf unsere Startschnelligkeit verlassen und das Rennen frühzeitig aus der führenden Position bestimmen.“, beschrieb Judith Sievers das Konzept der jungen Deutschen für das Finale. Die deutsche Taktik ging zunächst auf. Mit einem furiosen Start setzte sich die Mannschaft mit Judith Sievers vom Feld ab. Nur die Australierinnen hielten Kontakt. Neuseeland und Polen kämpften mit deutlichem Abstand um Bronze. Italien und Rumänien hatten schon früh mit dem Kampf um die Medaillen nichts mehr zu tun. Bis zur Streckenhälfte hielt die deutsche Führung. Doch dann kam der Angriff der starken Australierinnen. Schlag um Schlag schoben sie sich dichter an das deutsche Boot heran. Kurz vor der 1500 m Marke schoben sie erstmalig ihre Bugspitze nach vorn. „Wir mobilisierten alle Kräfte, um gegenzuhalten, doch bei starkem Gegenwind konnten die Australierinnen ihre physische Überlegenheit ausspielen, so konnten wir sie auch im Endspurt nicht mehr gefährden. Sie waren heute besser und haben verdient gewonnen. Auch wenn wir natürlich nach Gold greifen wollten, freuen wir uns nun auch über die Silbermedaille.“, resümierte Judith Sievers nach dem Rennen. Wie hart es bei diesem WM-Finale zur Sache ging, zeigt das Endergebnis. Australien siegte in 6´56,33 Minuten gefolgt von Deutschland mit 1,38 Sekunden Rückstand. Im Kampf um Bronze trennten Neuseeland (7´02,11 Minuten) und Polen nur 0,86 Sekunden. „Ich habe nun meine erste WM-Medaille in der höheren Altersklasse U 23 gewonnen.“, freute sich die Juniorenweltmeisterin und Jugendolympiasiegerin von 2010. „Hier ist die Konkurrenz deutlich stärker als bei den Junioren der U 19 Klasse. Nach der Ersatzposition im letzten Jahr, mit der ich natürlich nicht zufrieden war, ist der Vizeweltmeistertitel eine enorme Steigerung. Im Jahr der Olympischen Spiele ist das Leistungsniveau auch in der U 23 deutlich höher, da die stärksten Sportler dieser Altersklasse um die Plätze in den Olympiamannschaften ihrer Länder kämpfen, was nur wenigen gelingt, so dass sie dann doch bei der U 23 WM starten.“, ergänzte sie.

Nicht nur für Judith Sievers, auch für die Rudervereinigung ist die Silbermedaille von die erste WM-Medaille in dieser Altersklasse und ein weiterer Beleg für ein äußerst erfolgreiches leistungssportliches Engagement. Schon in zwei Wochen folgt beim ersten Olympiastart der Kappelner Steuerfrau Laura Schwensen ein weiterer Höhepunkt.

                                                                                                                 Michael Schürmann

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