Kappelner Ruderer bestehen 30. Härtetest des Eckernförder Ruderclubs

Schleswig, kurz nach 6 Uhr

Schleswig, kurz nach 6 Uhr

Bereits zum 30. Mal trafen sich, organisiert vom Eckernförder Ruderclub, Ruderer aus Schleswig-Holstein und Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet zu ihrem jährlich stattfindenden 80 km  Langstreckenrudern von Schleswig nach Eckernförde. Ruderer aus Kappeln hatten sich sowohl 2009 als auch 2010 an dieser für Ruderer außergewöhnlich langen Strecke versucht. Beide Veranstaltungen mussten kurz hinter Schleimünde aufgrund von hohen Wellen auf der Ostsee abgebrochen werden. 2011 sollte ein neuer Versuch gestartet werden. Sybille Raab und Erwachsenentrainer Michael Schmidt hatten sich entschlossen, die Tortur auf sich zu nehmen. Nahezu in letzter Sekunde entschied sich auch Michael Schürmann, Trainer der Leistungsruderer der RV Kappeln, zur Teilnahme an diesem besonderen Leistungstest.
So starteten die drei Kappelner Härtetester  in ihrem gesteuerten Zweier am Morgen um 6 Uhr 15 zusammen mit über 50 anderen Teilnehmern am Bootshaus des Domschulruderclubs in Schleswig.

Kurz vor dem Start in Schleswig

Kurz vor dem Start in Schleswig

Die Hoffnung war, bei der dritten Teilnahme endlich die Vereinsfahne der RVK in die Eckernförder Bucht rudern zu können. Bereits nach wenigen Kilometern wurde klar, dass auch in diesem Jahr der Wind das Haar in der Suppe werden könnte. Im Bereich der Stexwiger Enge schlugen die ersten, vom frischen Nordwest-Wind aufgetürmten Wellen in das Boot.
Auf der darauf folgenden Großen Breite zeigte sich die Schlei jedoch schon wieder erstaunlich ruhig, so dass Missunde problemlos erreicht wurde.  Im Stundentakt wechselten sich die Ruderer mit dem Steuern des vom Eckernförder Ruderclubs geliehenen, seetauglichen Doppelzweiers ab. So stand jedem nach zwei Stunden rudern eine Erholungspause zur Verfügung, die sich mit fortschreitender Strecke  als  sehr notwendig erweisen sollte.
Bereits nach dreieinhalb Stunden wurde Arnis erreicht, hier war die erste von zwei Pflichtpausen vorgeschrieben. Nach einem kräftigen Frühstück ging es dann weiter Richtung Schleimünde. Doch zunächst wurde das eigene Bootshaus in Grauhöft passiert  „Ich bin erstaunt wie gut es mir noch geht“ so Michael Schürmann nach den ersten 35 Kilometern auf der Schlei. Anders als die anderen beiden Teilnehmer hatte er in der Saison 2011 erst 60 Ruderkilometer zurückgelegt, da er aufgrund seiner Tätigkeit als Trainer der Kinder- und Leistungsruderer meist nur das Motorboot bewegt.

Kurze Pause bei Missunde

Kurze Pause nach dem ersten Steuermannswechsel bei Missunde

Die Ostsee begrüßte die drei Kappelner Ruderer vor Schleimünde mit kräftigen Wellen, die jedoch anders als auf der Schlei mit größerem Abstand kamen und somit das Rudern ermöglichten. Jetzt, nach der Hälfte der Strecke kam die erste Freude bei den Härtetestern auf: „ In diesem  Jahr scheint die Ostsee ein Herz für uns Ruderer zu haben.“, schätzte  Sibylle Raab die Situation ein. Schon jetzt war sie sich sicher: „Dieses Jahr schaffen wir es nach Eckernförde.“
Entlang der Ostseeküste  ging es zügig bis Schuby-Strand, wo die zweite Pflichtpause anstand. „Bis jetzt habe ich noch keine Blase an den Händen.“, freute sich  Michael Schmidt. „Ich hatte diesbezüglich mit deutlich mehr Problemen gerechnet.“   Es sollte sich bald ändern.

An der schönen Ostseeküste mit ihren Steilküsten und an malerisch gelegenen Campingplätzen vorbei ruderten die Kappelner bis in die Eckernförder Bucht. Diese begrüßte die Ruderer mit kräftig aufgefrischtem Gegenwind, welcher die letzten 12 Kilometer zu einer wahren Herausforderung machte. Jetzt zahlte sich die langjährige Erfahrung von Michael Schürmann im Leistungssport aus, der es nicht nur schaffte, bei sich selbst die letzten Reserven zu aktivieren, sondern auch Sybille Raab und Michael Schmidt zu wahren Höchstleistungen anspornte.  Gleich drei Boote  anderer Teilnehmer konnten auf dem letzten Streckenabschnitt  überholt werden. Nach nicht einmal 10 Stunden wurde unter dem Beifall zahlreicher Zuschauer der Strand von Eckernförde angelaufen.

Erschöpft, aber voll Freude und Stolz über die erbrachte Leistung ließen sich die drei dann die Wurst vom Grill im Eckernförder Ruderclub schmecken. „Und nächstes Jahr sind wir wieder dabei!“ so Sybille Raab als Resümee einer harten, aber schönen Erfahrung im Rudersport.

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