Kappelner Ruderer bei Deutscher Meisterschaft erfolgreich

Siegerehrung Einer, Hanna Hüttermann rechts

Zweimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze für Kappelns Ruderinnen bei der DM in Essen. Bei den Deutschen Meisterschaften U 17, U 19 und U 23 gewannen Sportlerinnen der Rudervereinigung Kappeln im TSV Kappeln von 1876 e.V. in allen drei Altersklassen Medaillen. Insgesamt waren sieben Aktive am Start.

In der Altersklasse U 23 startete Judith Sievers in zwei Bootsklassen. Gemeinsam mit Ulrike Törpsch aus Pirna belegte sie in der Konkurrenz der Zweier den zweiten Platz und musste sich nur Mareike Adams aus Essen und Marie Catherine Arnold aus Hannover geschlagen geben. Umso deutlicher fiel dann der Sieg im Vierer aus, in der beide Zweier in einem gemeinsamen Boot antraten. Nach bisher drei Silbermedaillen freute sich Judith Sievers über ihren ersten Meistertitel in der Altersklasse U 23. In knapp drei Wochen möchte sie mit dieser Mannschaft auch bei den U 23 -Weltmeisterschaften in Litauen erfolgreich sein. In Vorbereitung dieses Einsatzes war die Deutsche Meisterschaft ein wichtiger Test.

Jes Lorenzen startete in seinem ersten U 23 Jahr ebenfalls in einem Vierer. In einem Rennen unter sehr schwierigen Ruderbedingungen kam seine junge Crew auf dem sechsten Platz ins Ziel.

In der Altersklasse U 19 ging Elisabeth Amenu nach den in der bisherigen Saison gezeigten Leistungen mit Medaillenambitionen in die Rennen im Zweier und im Vierer der Leichtgewichte. Im Zweier mit Julia Düser aus Lübeck lief zunächst alles nach Plan. In den

Glückwünsche für Elisabeth Amenu

gewohnt knappen Rennen der Leichtgewichte lag das Boot aus dem Norden noch 100 m vor dem Ziel des 2000 m Rennens in aussichtsreicher zweiter Position hinter den Favoritinnen aus Brandenburg. Dann aber konnten die Gegnerinnen aus Hessen und Nordrhein-Westfalen im Endspurt mehr Kräfte mobilisieren und zogen vorbei. Im Ziel trennten Elisabeth Amenu und Julia Düser eine halbe Sekunde von Silber und 0,24 Sekunden von Bronze. „Die Enttäuschung über den vierten Platz war groß, zumal wir bei allen Wettkämpfen davor immer unter den ersten drei Booten waren. Doch wir hatten nicht lange Zeit, darüber nachzudenken, denn die Vorbereitungen für den Vierer standen an und hier hatten wir uns nun erst recht viel vorgenommen“, beschrieb Elisabeth Amenu die Ausgangssituation vor dem nächsten Rennen. Dieses Viererrennen wurde mit einem deutlichen Start-Ziel- Sieg ein überzeugender Auftritt. „ Wir hatten ordentlich Wut im Bauch. Doch dann ging alles wie von selbst. Schon nach der Startphase hatten wir uns einen Vorsprung von einer Bootslänge erarbeitet, den wir auf der Strecke immer mehr ausbauen konnten. Als wir mit 12 Sekunden Vorsprung ins Ziel kamen, kannte der Jubel keine Grenzen.“ , freute sie sich. Die Souveränität dieser Leistung ist schon an der Tatsache erkennbar, dass die Plätze zwei und drei im Ziel ganze 0,18 Sekunden trennte.

Auch bei den unter 17 Jährigen hatte die Rudervereinigung Kappeln ein heißes Eisen im Feuer. Hanna Hüttermann wollte im Einer der Leichtgewichte um Medaillen kämpfen. Für die Starterinnen dieser Bootsklasse stellten die Bedingungen der diesjährigen Meisterschaft eine besondere Herausforderung dar. Heftiger Gegenwind, Wellen und starker Regen forderte den jungen Sportlerinnen alles ab. Nach dem sich Hanna Hüttermann über Vorlauf und Halbfinale für den Endlauf qualifiziert hatte, wollte sie hier um die Medaillen kämpfen. „ Mein Trainer und ich hatten in der Rennvorbereitung eine offensive Renntaktik besprochen. Ich wollte mich auf dem ersten Streckenabschnitt an den favorisierten Ruderinnen aus Essen und Berlin orientieren und ihr Tempo mitgehen. Das gelang mir. So konnte ich mich von meiner stärksten Konkurrentin um die Bronzemedaille schon deutlich absetzen. Dann ging es darum diesen Vorsprung trotz der bereits investierten Kraft bis ins Ziel zu verteidigen. Das führte mich bei dem starken Gegenwind an meine absolute Leistungsgrenze.“ ,resümierte die 16jährige das Rennen. „Nach dieser Anstrengung bin ich jetzt wirklich stolz auf meine erste Meisterschaftsmedaille.“, ergänzte sie.

Von den Medaillenrängen waren Marie Rose, Max Schock und Hanno Reese nach einem Jahr Leistungstraining bei ihrer ersten Meisterschaft noch deutlich entfernt, doch sie sammelten bei ihren Starts wertvolle Erfahrungen. Max Schock erreichte in einem Auswahlboot des schleswig-holsteinischen Ruderverbandes einen dritten Platz im B-Finale und damit Platz 9 der Gesamtwertung. Marie Rose und Hanno Reese schieden in den Hoffnungsläufen aus.

Für die jungen Leistungsruderer der Rudervereinigung ist die Sommersaison 2012 damit abgeschlossen. 9 Kappelner Kinder starten noch beim Bundeswettbewerb in Wolfsburg. Judith Sievers bei der U 23 WM und Laura Schwensen bei den Olympischen Spielen werden die Kappelner Ruderer auf internationaler Ebene vertreten.

(Michael Schürmann)

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