Kappelner Nils Stutz und Rostocker Hermann Krüger im Zweier beim Baltic-Cup erfolgreich

Nils Stutz (links) und Herrmann Krüger (rechts) bei der Siegerehrung

Nils Stutz (links) und Herrmann Krüger (rechts) bei der Siegerehrung

 

Bei seinem ersten Einsatz in der Nationalmannschaft konnte Nils Stutz von der Rudervereinigung Kappeln im TSV Kappeln von 1876 e.V. beim Baltic-Cup in Polen einen Sieg und einen 2. Platz erringen. Beim Baltic-Cup treffen die U18- Nationalmannschaften aus den Ostseeanliegerstaaten alljährlich zu einem Vergleichskampf zusammen und messen in verschiedenen Bootsklassen über 2000 m und 500 m ihre Kräfte. Die Ergebnisse werden nach Punkten zusammengezählt und in der abschließenden Länderwertung abgerechnet. Nils Stutz hatte sich durch seine Saisonleistungen für diesen Wettkampf qualifiziert und ging mit Hermann Krüger aus Rostock im Zweier an den Start. Bei mehreren Trainingswochenenden in Lübeck hatten sich beide intensiv vorbereitet.

Im Rennen

Im Rennen

Am ersten Wettkampftag standen die 2000 m auf dem Programm. Bereits im Vorlauf trafen Nils Stutz und Hermann Krüger auf die mit favorisierten Polen. Ihnen gelang ein guter Start mit dem sie sich schon auf den ersten 500 m einen Vorsprung erarbeiten konnten. Diesen Vorsprung konnten sie bis ins Ziel verteidigen. So siegten sie vor den Zweiern aus Polen, Dänemark, Estland und Finnland. Damit war nicht nur der Finaleinzug gesichert, sondern mit der erruderten Zeit zählten die beiden Norddeutschen im Finale nun auch zum Kreis der Favoriten. Hier hatten sie sich viel vorgenommen: „Unser Ziel war es, dass Rennen wieder schnell anzugehen um dann die Gegner zu kontrollieren. Das gelang uns richtig gut. Lediglich die Norweger konnten sie ersten 200 m an uns dranbleiben. Dann fielen sie jedoch schnell zurück. Stattdessen mussten wir uns der Angriffe der Zweier aus Litauen und Polen erwehren. Wir arbeiteten technisch gut zusammen und setzten unsere Spurts wie geplant. Nach 1500 m konnten auch die Polen das Tempo nicht mehr mitgehen und fielen etwas zurück. Dafür griff Litauen immer wieder an. Doch wir konnten antworten und verteidigten unseren Vorsprung bis ins Ziel.“, beschrieb ein glücklicher Nils Stutz den Rennverlauf.

Siegerehrung

Siegerehrung

Das deutsche Boot siegte vor Litauen, Polen, Dänemark, Norwegen und Lettland. Auch Bundestrainerin Sabine Tschäge war zufrieden: „Die Jungs haben das gut gemacht. Sie waren mutig und haben technisch sauber gerudert. Das ist ein schöner Erfolg!“ Die 500 m Strecke stellte an die jungen Ruderer neue Anforderungen. Hier war die Sprintfähigkeit gefragt. Man rudert mit deutlich höherer Schlagfrequenz und muss sich die Kräfte völlig anders einteilen als auf 2000 m. Nach ihrem Erfolg vom Vortag gehörten Nils Stutz und Hermann Krüger natürlich auch hier zu den aussichtsreichsten Kandidaten für eine vordere Platzierung. Zwar konnten sie sich als erneuter Vorlaufsieger vor Polen, Finnland und Schweden erneut für das Finale qualifizieren, aber sie waren gewarnt. Der Zweier aus Litauen, über 2000 m noch Zweiter, schaffte es in seinem Vorlauf nicht unter die ersten drei und schied aus. Hier siegte Lettland vor Norwegen und Dänemark. Auch die Bedingungen hatten sich geändert. Blies den Sportlern am Vortag noch ein kräftiger Wind entgegen, hatte dieser nun gedreht und schob.

Nils Stutz li. u. Herrmann Krüger1Da sich gerade im Startbereich mehr Wellen bildeten, war es auch für die Schiedsrichter eine Herausforderung, die Felder gut ausgerichtet auf die Strecke zu bringen. Hermann Krüger erlebte dies so: „Es war sehr schwierig, die richtige Startposition zu finden, immer wieder trieben die Boote ab und mussten neu einschwimmen. Da der Start dann sehr schnell erfolgte, erforderte dies eine hohe Konzentration und auch etwas Glück, dass man nicht gerade im Moment des Starts einen Steuerschlag macht oder schräg in der Bahn liegt. Leider hatten wir das Glück nicht, wir mussten gleich zu Beginn des Rennens steuern und kamen so nicht optimal ins Rennen. “ Doch mit wuchtigen Schlägen, hoher Frequenz und großem Kampfgeist ruderten sich die jungen Deutschen an die anderen Boote heran. Kurz vor dem Ziel lagen 5 Boote fast auf einer Höhe. Lediglich die Finnen konnten dem hohen Tempo nicht folgen. In einem packenden Endspurt setzte sich schließlich Norwegen vor Deutschland, Lettland, Dänemark, Polen durch. Diese fünf Boote kamen innerhalb von 1,25 Sekunden ins Ziel. Nils Stutz belohnte sich nur 0,2 Sekunden hinter den siegenden Norwegen mit der Silbermedaille. „Das war ein toller Wettkampf. Wir hatten uns gut vorbereitet, wussten aber ja vorher nicht, ob wir gegen die internationale Konkurrenz bestehen können. Das haben wir auf jeden Fall geschafft und damit auch zum Gesamtsieg der deutschen Mannschaft beigetragen, die den Baltic-Cup vor Gastgeber Polen gewann. Ich habe viele neue Erfahrungen gesammelt und einiges dazugelernt.“, fasste ein nach zwei intensiven Wettkampftagen erschöpfter, aber glücklicher Nils Stutz seine Eindrücke zusammen.

 

Michael Schürma

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