Kappelner Achter erfolgreich beim Schleswig-Holstein Netz Cup 2015

Glücklich im Ziel

Glücklich im Ziel

Mit diesem Ergebnis hatte von den Kappelner Ruderern keiner gerechnet. Mit einem überraschenden 2. Platz und einem nagelneuen Spinning Rad als Sachpreis kehrte die Kappelner Achtermannschaft vom Schülerachter des Schleswig-Holstein Netz Cups aus Rendsburg zurück.

Einige werden sich fragen: Kappeln und Achter fahren, wie geht denn das? Die Rudervereinigung Kappeln im TSV Kappeln von 1876 e.V. hat doch gar keinen Achter. Der passt doch gar nicht in das Bootshaus und auch der Steg ist für so großes Boot viel zu klein zum Ab- und Anlegen legen. Aber in Kappeln ist man das improvisieren gewohnt. Ein Achter, ein etwas älteres Modell, welches schon Anfang der 90 er Jahre für die Nationalmannschaft zum Einsatz kam, wurde von der Ruderakademie Ratzeburg geliehen. Das Boot musste unter freiem Himmel auf dem Vereinsgelände gelagert werden und das Einsteigen am Steg erfolgte mit einer schon mehrfach erprobten, aber durchaus unorthodoxen Technik.

Doch es mussten noch mehr Probleme gelöst werden. Die Vorbereitungszeit war nach den Ferien sehr kurz. Außerdem musste der Ausfall von fünf erfahrenen älteren Ruderern kompensiert werden, die sich auf einer Klassenfahrt befanden oder anderweitig verhindert waren. Insgesamt blieben gerade einmal sechs Trainingseinheiten auf der heimatlichen Schlei.

Traditionsgemäß findet im Rahmenprogramm des Achtermarathons der internationalen Achter ein Schülerachter Cup im Sprint statt. Im Kreishafen von Rendsburg können die Nachwuchssportler vor einer beachtlichen Kulisse ihr Können unter Beweis stellen. Im Feld der sieben Achter aus verschiedenen Städten Schleswig-Holsteins traten die Kappelner mit einem Altersdurchschnitt von 15,5 Jahren als mit Abstand jüngste Mannschaft an. Die favorisierten Boote aus Lübeck und Preetz waren mit 18,6 und 18,4 Jahren jeweils etwa drei Jahre älter. Dennoch traute man der jungen Mannschaft von der Schlei spätestens nach dem Vorauf einiges zu. Hier wurde das Boot aus Ratzeburg bezwungen und der direkte Finaleinzug gesichert. Die drittbeste Zeit ließ auf einen Platz auf dem Siegerpodest hoffen.

Im spannenden Finale

Im spannenden Finale

Im Finale auf der 400 m Sprintstrecke erwischten das Kappelner Boot mit Linus Kalkowsky, Max Trummer, Jannis Kalkowsky, Sandro Bremer, Hans Kellinghusen, Ole Bachus, Joscha Zothe, Nils Stutz und Steuerfrau Emma Runge einen guten Start. Hinter dem Seriensieger aus Lübeck und dem Boot aus Preetz ruderten sie vor der Mannschaft aus Schleswig auf Platz 3. Doch mit einem ökonomischen Ruderstil, einer geschlossen Mannschaftleistung und großem Kampfgeist gelang es, dem Kappelner Achter sich immer dichter an Preetz heran und schließlich vorbeizuschieben. Im Ziel kannte der Jubel keine Grenzen. Mit dem 2. Platz waren alle mehr als zufrieden. Der Sachpreis, ein nagelneues Spinning Rad, erweitert die Trainingsmöglichkeiten im Kappelner Bootshaus.

Michael Schürmann

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