Erlebnis Olympia

Erstmalig nimmt mit Laura Schwensen eine Sportlerin der Rudervereinigung Kappeln im TSV Kappeln von 1876 e. V an Olympischen Spielen teil. Allein die Qualifikation für die Spiele von London war für die Steuerfrau des deutschen Frauenachters , die in London ihren 21 Geburtstag feierte, ein großer sportlicher Erfolg, musste sie sich doch sowohl gegen nationale Konkurrentinnen als auch mit ihrer Mannschaft international durchsetzen.

Bei der olympischen Qualifikationsregatta in Luzern nutzte das junge deutsche Team die letzte Chance. So stand Ende Mai fest: Laura Schwensen ist in London dabei.Die letzten Wochen der Vorbereitung waren hart und entbehrungsreich. Endlose Trainingskilometer standen für den Achter auf dem Plan. Immer wieder wurde der See in Ratzeburg durchrudert. Vorfreude keimte auf, als die Mannschaft für Olympia eingekleidet wurde. Mit dem Tag der Abreise kam, begann das olympische Abenteuer. „Als wir in London ankamen, merkte ich sofort, Olympia ist etwas ganz besonderes. Jedem Athleten wird ein großer Respekt entgegen gebracht. Die Leute freuen sich, uns zu sehen. Noch nie habe ich erlebt, dass Rudern so viel Interesse findet wird.“, schilderte Schwensen ihre ersten Eindrücke.

Im olympischen Wettkampf selbst konnte das junge deutsche Team das große sportliche Ziel der Finalteilnahme nicht erreichen. Der Frauenachter schied nach Vor- und Hoffnungslauf aus. Olympiasiegerinnen wurden die Ruderinnen aus den USA vor Canada und den Niederlanden. „Wir wussten, dass es sehr schwer werden würde, sich gegen die starke Konkurrenz der anderen Nationen durchzusetzen. Um hier mithalten zu können, müssen wir deutlich stärker werden. “, schätzte die Steuerfrau die Leistung ihres Teams ein. „Wir haben dennoch alles gegeben und wurden mit der wunderbaren Atmosphäre an der Regattastrecke belohnt. Noch immer bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich daran denke, dass wir vor mehr als 30 000 Menschen gerudert sind, die alle Mannschaften, egal aus welchem Land, unterstützten. Ich musste meine Coxbox (Verstärker für die Lautsprecher im Boot) auf volle Lautstärke drehen, dass die Mannschaft mich verstehen kann. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Das gibt es wohl nur bei Olympischen Spielen. Deshalb bin ich froh und stolz, dass ich in London dabei sein kann.“, ergänzte sie.

Nach dem Abschluss der eigenen Wettkämpfe ist es für die junge Kappelnerin eine Selbstverständlichkeit, die anderen deutschen Ruderer zu unterstützen. Großen Jubel gab es natürlich nach dem Sieg des Deutschlandachters mit Freund Martin Sauer an den Steuerseilen. Aber die Olympischen Spiele sind auch ein Ort, um Erfahrungen zu sammeln. Laura Schwensen dazu: „Die bisherigen Ergebnisse der Ruderwettbewerbe zeigen, dass sich oft Mannschaften durchsetzen, in denen ältere Sportler sitzen, die zum Teil die 30 schon deutlich überschritten haben. Teilweise starten hier echte Legenden, die schon Weltmeister oder Olympiasieger waren, als ich mit dem Rudern noch nicht mal angefangen hatte. Da kann ich eine Menge lernen. Ansonsten freue ich mich jetzt darauf, das olympische Gefühl zu genießen und die Gastgeberstadt kennenzulernen.“

                                                                                                               (Michael Schürmann)

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