Deutscher Meistertitel für Kappelns Ruderer

Die Rudervereinigung Kappeln im TSV Kappeln von 1876 e.V. hat drei neue Deutsche Meister in ihren Reihen.

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Die Deutschen Meister 2016

Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Hamburg konnten sich die Kappelner Ruderer Ole Bachus, Henry Trummer und Steuermann Jannik Czayka gemeinsam mit Simon Kempf aus Kiel und Raphael Gertz aus Friedrichstadt im Auswahlboot des Ruderverbandes Schleswig-Holstein im Vierer der Leichtgewichte U 17 durchsetzen. Eine Bronzemedaille erkämpfte Ullinka Kellinghusen im Einer der leichtgewichtigen Juniorinnen U 17. Nils Stutz wurde gemeinsam mit Robin Hamann aus Bad Segeberg 5. im Zweier U 17. Insgesamt eine Ruderin und sechs Sportler der jungen Kappelner Trainingsgruppe nahmen an den Jugendmeisterschaften in Hamburg teil. Monatelang hatten sie sich in fünf bis sieben Trainingseinheiten je Woche auf diesen Wettkampfhöhepunkt vorbereitet. Schon bei den Vorbereitungsregatten in Bremen, Köln und Hamburg hatten die jungen Rudertalente auf sich aufmerksam gemacht und zahlreiche Siege für die Kappelner Farben eingefahren. Aufgrund der großen Teilnehmerfelder bei der Deutschen Jugendmeisterschaft mussten zunächst Vorentscheidungen ausgetragen werden.

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Nils Stutz (rechts) und Robin Hamann im Finale

Lukas Rose und Luka Jessen konnten sich trotz einer großen kämpferischen Leistung in ihrem Leichtgewichtszweier nicht für das Halbfinale qualifizieren und schieden im Hoffnungslauf aus. Beide gehören dem jüngeren Jahrgang der Altersklasse 15/16 an und unterstrichen mit ihrer Leistung ihre Ambitionen für die kommenden Jahre. Nils Stutz aus Kappeln und Robin Hamann aus Bad Segeberg hatten in ihrem Zweier im Verlaufe der Saison schon mehrfach vordere Platzierungen erreicht und zählten, obwohl auch sie beide dem jüngeren Jahrgang ihrer Altersklasse angehören, zum erweiterten Favoritenkreis. Obwohl sie im Vorlauf die zweitschnellste Zeit des gesamten Feldes ruderten, mussten sie als Zweiter ihres Laufes den Umweg über den Hoffnungslauf nehmen. Hier setzten sie sich souverän durch und siegten. In ihrem stark besetzen Halbfinale kamen sie bei Starkregen unter widrigsten Bedingungen auf dem dritten Platz über die Ziellinie; die Qualifikation für das Finale war geschafft. Nils Stutz fasste dieses Rennen so zusammen: „Wir wollten um eine Medaille kämpfen. Leider erwischten wir bei starkem Seitenwind einen schlechten Start. So mussten wir uns mit großem Aufwand an das Feld herankämpfen. Am Ende fehlten 1,3 Sekunden zur Medaille. Zum 4 Platz war es mit 0,3 Sekunden noch knapper. Dennoch sind wir nach unserem ersten Jahr im Leistungstraining mit dem 5. Platz zufrieden.“

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Bronzegewinnerin Ullinka Kellinghusen nach der Siegerehrung

Auch Ullinka Kellinghusen musste im Einer der Leichtgewichte U17 den Weg über den Hoffnungslauf gehen. Im Vorlauf wurde sie kurz vor dem Ziel von der starken Maja Gunz aus Düsseldorf abgefangen. Mit einem Sieg im Hoffnungslauf qualifizierte sich Ullinka Kellinghusen für das Halbfinale. Hier traf sie auf drei weitere Medaillenkandidatinnen, womit klar war, dass eine von ihnen ausscheiden würde. „Ich war vor diesem Rennen sehr aufgeregt und wusste, ich muss es anders als den Vorlauf fahren, bei dem ich mich auf der ersten Streckenhälfte übernommen hatte. Ich ging das Rennen defensiver an. Dabei musste ich aushalten, dass ich zunächst hinten lag. Doch ich fühlte mich deutlich besser. Ab der Streckenhälfte konnte ich mehrere Gegnerinnen überholen. Das beflügelte und gab Sicherheit.“ , sagte Ullinka Kellinghusen über dieses Rennen. Mit dem zweiten Platz zog sie sicher ins Finale ein. Ihre Bezwingerin aus dem Vorlauf schied aus. Im Finale ging eine deutlich gestärkte Ullinka Kellinghusen an den Start. „Ich wusste, was ich kann. Mein Trainer und ich wählten für das Finale eine ähnliche Taktik wie im Halbfinale. Fast alle Gegnerinnen sprinteten los und ich fand mich mit der späteren Siegerin, Hannah Nethöfel aus Essen erneut am Ende des Feldes wieder. Da dies Kräfte sparte, konnte ich ab der Streckenhälfte erneut angreifen.“, schildert die junge Ruderin aus Kappeln den Rennverlauf. Nach 1000 geruderten Metern lag Ullinka Kellinghusen jedoch immer noch auf dem 5. Platz. Doch auf den letzten 500 m mobilisierte sie alle Kräfte und fuhr auf den Bronzerang. Fast hätte sie Svenja Heierhoff aus Herdecke noch abgefangen, die nur 0,5 Sekunden vor ihr auf dem Silberrang ins Ziel kam. Ullinka Kellinghusen freute sich: „Ich hatte mir vorgenommen, eine Medaille zu gewinnen. Jetzt bin ich überglücklich, dass dies geklappt hat. Vor dem Halbfinale war ich schon etwas unsicher, das war das schwierigste Rennen.“

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Von links: Ole Bachus, Henry Trummer, Jannik Czayka, Simon Kempf und Raphael Gertz

Gleich drei Kappelner Ruderer hatten sich über Ergometertests, eine Rangliste und ihre Leistungen bei den Vorbereitungswettkämpfen für den Auswahlvierer des Ruderverbandes Schleswig-Holstein in der Leichtgewichtsklasse U 17 qualifiziert. Schlagmann Ole Bachus, Henry Trummer auf der Übernahmeposition und Steuermann Jannik Czeyka zählten gemeinsam mit Simon Kempf aus Kiel und Raphael Gertz aus Friedrichstadt nach mehreren Siegen in der laufenden Saison zu den Favoriten für die Deutsche Jugendmeisterschaft. Mit einem Sieg im Vorlauf, der zugleich den Direkteinzug in das Halbfinale bedeutete, unterstrichen sie diese Ambitionen. Bereits im Halbfinale trafen sie auf starke Konkurrenz aus Berlin, mehrere Boote aus Nordrhein-Westfalen und eine Auswahl aus Hamburg. Auch hier ließ die Crew aus dem nördlichsten Bundesland nichts anbrennen. Schlagmann Ole Bachus beschrieb das Rennen so: „Mit einem gelungenen Start setzten wir uns an die Spitze des Feldes. Nur die Berliner konnten uns folgen. Nach etwa 1000 m hatten wir uns kleinen Vorsprung erarbeitet. Doch dann griffen die Berliner an und setzen uns im Endspurt noch einmal mächtig unter Druck. Doch wir konnten gegenhalten und retteten einen Vorsprung vor von 0,24 Sekunden ins Ziel.“ Lächelnd fügt er hinzu: „Wenn man bedenkt, dass Essen im zweiten Halbfinale wegen eines Rückstandes von 0,02 Sekunden auf die Bayern ausgeschieden ist, war das doch ein komfortabler Vorsprung.“ Das mit sechs Booten aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern besetzte Finale versprach nach den Vorrennen ein heißer Tanz zu werden. Bedingt durch die Gewichtsbegrenzung der Ruderer war wieder mit einem knappen Rennen zu rechnen. Steuermann Jannik Czayka: „Wir kamen gut vom Start weg. Noch besser gelang dies den Baden-Württembergern. Bis zur 1000 m Marke kämpften wir uns aber an denen vorbei. Gleichzeitig überholten uns jedoch die Berliner. Das Feld blieb aber so eng zusammen, dass nichts entschieden war. Dann kam der Endspurt. Ich brüllte ins Mikrofon und versuchte meine Mannschaft nach vor zu treiben. Zentimeter um Zentimeter holten wir auf. Doch auch kurz vor dem Ziel waren die Berliner noch vorn.“ Henry Trummer beschrieb die letzten Meter so: Wir fuhren einen Endspurt, in dem ich nichts mehr mitbekam. Ich merkte nur, dass es sehr knapp wird. Nach der Ziellinie war es still. Kein Jubel war zu hören. Es folgten quälende Minuten. Wir wussten, Silber war uns sicher. Doch freuen konnten wir uns nicht. Hinter uns im Kampf um den 3. Platz war es ebenfalls eng. Auch hier kamen zwei Boote gleichzeitig über die Ziellinie. Wir hörten nur „Zielfotoentscheid!“. Völlig erschöpft ruderten wir Richtung Steg. Auch von der Tribüne kam kaum ein Laut.

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Steuermann beim Bad

Doch dann hörten wir die Freudenschreie unserer Trainer. Wir waren vorn! Jetzt brach der ganze Jubel aus uns heraus.“ Bei der anschließenden Siegerehrung nahmen die neuen Deutschen Meister ihre Medaillen entgegen. Traditionsgemäß wurde Steuermann Jannik Czayka danach von seinen Ruderern ins Wasser geworfen.

Michael Schürmann

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