Bronze für Ulrike Sievers bei der WM auf dem Ruderergometer in Boston

Bronze für Ulrike Sievers

Bronze für Ulrike Sievers

Bei den Weltmeisterschaften auf dem Ruderergometer in Boston, den so genannten C.R.A.S.H.-B Sprints feierte Ulrike Sievers von der Rudervereinigung Kappeln im TSV Kappeln von 1876 e.V. ihren bisher größten sportlichen Erfolg. In einem bis zur Ziellinie hoch dramatischen Rennen gewann die Bronzemedaille in der Altersklasse 40-49 bei den Frauen.

Eigentlich sollte auch Schwester Judith Sievers in Boston an den Start gehen. Doch die Vizeeuropameisterin der Frauen war schon bei der der Europameisterschaft mit einer Erkältung ins Rennen gegangen, die sich danach zu einer deftigen Grippe ausweitete. Erst kurz vor der Abreise nach Boston konnte Judith Sievers mit einem leichten Training vorsichtig wieder in den Leistungsaufbau einsteigen. Zwar war sie mit nach Boston gereist, verzichtete dann aber auf den Start, auch um den weiteren Saisonverlauf nicht zu gefährden und einen Krankheitsrückfall zu vermeiden. „Es war nicht leicht für mich, als ich bei meinem Rennen auf der Tribüne sitzen musste, zumal ich, wenn ich mir die Ergebnisse ansehe, in gesundem Zustand durchaus um den Titel in der U23-Klasse hätte mitfahren können.“, schilderte die 20jährige ihre Situation. So blieb ihr nichts anderes übrig, als ihre ältere Schwester tatkräftig zu unterstützen. Hier hatte sie dann doch noch Grund zum Jubeln.

Die 44jährige Ulrike Sievers hatte erst im Herbst 2010 angeregt durch die Erfolge ihrer kleinen Schwester, die damals unter anderem Juniorenweltmeisterin auf dem Ruderergometer war, mit dem Training begonnen. Schon damals verkündete sie ihr großes Ziel: „Ich will einmal an der Weltmeisterschaft in Boston teilnehmen. Nachdem sie zunächst allein trainierte, schloss sie sich bald der Trainingsgruppe der Rudervereinigung Kappeln an. Ihre Erfahrungen aus dem in der Jugend betriebenen Leistungssport kamen ihr beim Wiedereinstieg ins regelmäßige Training zugute. Bereits im Winter 2011/2012 gewann sie bei der Deutschen Ruderergometermeisterschaft ihrer Altersklasse Bronze. Erst vor wenigen Wochen wurde sie bei der EM Dritte und bei der DM Zweite. Ihre Leistungen entwickelten sich sprunghaft. So stand dem großen Ziel nichts mehr im Wege und die Reise nach Boston konnte beginnen.

Im Rennen über die 2000 m traf sie auf 38 Konkurrentinnen unter anderem aus den USA, Dänemark, Canada und Mexiko. Nach den Ergebnissen der Vorjahre gab es zwei große Favoritinnen. Diese setzten sich im Verlauf des Rennens schnell vom übrigen Feld ab und machten dann auch den Sieg unter sich aus. Die Dänin Margit Haar-Hansen gewann vor der Amerikanerin Heather Koerber. Doch um die Bronzemedaille entwickelte sich ein heißer Kampf. Ulrike Sievers war gut in Rennen gestartet und ruderte von Anfang an im Vorderfeld mit. Doch der Amerikanerin Kate Newman konnte sich absetzen und arbeitete sich zwischenzeitlich einen Vorsprung von 14 m auf die zu diesem Zeitpunkt Viertplatzierte Ulrike Sievers, die ihrerseits etwa 10 m Vorsprung vor den nächsten Verfolgerinnen hatte. Die Medaillen schienen verteilt. Doch auf den letzten 500 m machte Ulrike Sievers Betrieb. Meter für Meter kämpfte sie sich heran. Doch 200 m vor dem Ziel betrug der Vorsprung der Amerikanerin immer noch 6 m. Doch dann kam ein gewaltiger Endspurt von Ulrike Sievers. Kurz vor der Ziellinie schob sie sich vorbei und gewann mit neuer Bestzeit von 7´20 Minuten und 1,3 Sekunden Vorsprung Bronze. „Das war ein Hammerrennen und ich bin überglücklich, dass ich noch vorbeiziehen konnte. Ich freue mich über die Bronzemedaille, aber auch über die Bestzeit, denn ich habe mich in wenigen Monaten um fast 20 Sekunden gesteigert“ jubelte die Sportlerin der Rudervereinigung Kappeln im Ziel. „Wie es nun sportlich weitergeht, weiß ich noch nicht. Ich habe mein großes Ziel erreicht. Aber wenn ich die Atmosphäre bei dieser WM, die Stimmung in der insgesamt sehr erfolgreichen deutschen Mannschaft und das ganze Drumherum sehe, dann werde ich schon überlegen, ob ich nicht doch noch einmal einen Start in Boston vorbereiten werde. Vielleicht klappt ja dann auch der gemeinsame Start mit meiner Schwester. “

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