10 Kappelner bei Deutscher Jugendmeisterschaft München

IMG_250010 junge Sportlerinnen und Sportler der Rudervereinigung Kappeln im TSV Kappeln von 1876 e.V. nahmen an den diesjährigen Deutschen Jugendmeisterschaften in München teil. Durch hervorragende Leistungen in der Saison hatten sie sich für Auswahlmannschaften des Ruderverbandes Schleswig-Holstein oder für überregionale Renngemeinschaften  qualifiziert. Während es für einige Ruderinnen und Ruderer von der Schlei darum ging, Erfahrungen zu sammeln, wollten andere um die begehrten Meisterschaftsmedaillen kämpfen.

Die Vorläufe verliefen aus Kappelner Sicht vielversprechend. Der schleswig-holsteinische Leichtgewichtsvierer mit Henry Trummer,  Lukas Rose, Luka Jessen und Steuermann Jannik Czayka aus Kappeln  sowie Jannik Faierson aus Eutin konnte sich in der Altersklasse  15/16 direkt für das Halbfinale qualifizieren. Gleiches gelang dem Kappelner Steuermann Til Schlindelhauer mit dem zweiten Boot des Verbandes. Ullinka Kellinghusen, Nils Stutz, Liam Seidenstücker und Sandro Brehmer mussten mit ihren Booten in die Hoffnungsläufe. Hier sorgte Ullinka Kellinghusen mit ihrer Zweierpartnerin Sine Loßmann aus Stralsund für eine dicke Überraschung. Vom Start an ruderten sie sich vor das favorisierte Boot aus Nordrhein- Westphalen. Diesen Vorsprung konnten sie trotz zahlreicher Angriffe bis ins Ziel verteidigen. Die Qualifikation für das Meisterschaftsfinale war der Lohn für die Mühe. Nils Stutz erreichte gemeinsam mit Robin Hamann aus Bad Segeberg durch einen Sieg im Hoffnungslauf ebenfalls Qualifikation für das Finale. Auch  dem Vierer mit Liam Seidenstücker und dem Achter  mit Liam Seidenstücker und Nils Stutz gelang dies. Lediglich Sandro Brehmer schaffte in seinem Einer nicht den Sprung ins Halbfinale. Trotz eines mutig gefahrenen Rennens musste er die Stärke der Konkurrenz anerkennen und schied aus.

Auch die Halbfinals und die weiteren Vorrennen verliefen für die Kappelner Ruderer überwiegend erfolgreich.  Der Vierer  mit Schlagmann Henry Trummer gewann seinen Lauf und machte erneut seine Medaillenambitionen deutlich. Ole Bachus  sicherte im Vierer und Achter der  Altersklasse 17/18 der Leichtgewichte mit seinen Mannschaften die  Finalteilnahme. Gleiches erreichte Ullinka Kellinghusen im Vierer. Denkbar knapp verpasste das Boot mit Steuermann Til Schindelhauer den Finaleinzug. In ihrem Halbfinale scheiterte er mit seiner Mannschaft mit einer Hundertstelsekunde Rückstand und musste sich mit der Teilnahme am B-Finale begnügen.

 

Nils Stutz  und Robin Hamann

Nils Stutz und Robin Hamann

Am Finaltag stellten sich acht Ruderinnen und Ruderer aus Kappeln dem Kampf um die Medaillen. Der Vierer mit Liam Seidenstücker erreichte einen leistungsgerechten 5. Platz. Mehr erhofft hatte sich der Zweier ohne Steuermann mit Nils Stutz  und Robin Hamann. Nach gutem Start platzierten sie sich wie angestrebt in den Medaillenpositionen. Dann jedoch gerieten sie in die Bojen der Bahnbegrenzung und verloren den in dieser schwierigen Bootsklasse so wichtigen Rhythmus. Dadurch konnten sie das Tempo der anderen Boote nicht mehr mitgehen und wurden Sechste. Im Achter belegten sie den 5. Platz. Zweimal den 6. Platz erreichte Ullinka Kellinghusen im Zweier und im Vierer. Vor dem Hintergrund der Vorergebnisse konnte sie mit diesem Resultat durchaus zufrieden sein.

Mit Spannung erwartet wurde das Finale im Leichtgewichtsvierer der Altersklasse 15/16. Erfahrungsgemäß sind diese Rennen hart umkämpft und die Zieleinläufe sehr knapp. In den letzten beiden Jahren konnten sich die Boote aus Schleswig-Holstein jeweils mit Kapplener Beteiligung durchsetzen und den Meistertitel gewinnen. Entsprechend motiviert ging  auch die diesjährige Besatzung  mit vier Sportlern aus Kappeln und einem Eutiner an den Start. Auch hier glückte die Startphase. Die Mannschaft kam gut in das Rennen. Im Verlaufe des Rennens wurde der Ruderstil bei schwierigen äußeren  Bedingungen jedoch zu unsauber. Den Booten aus Essen, Berlin, München und Hamburg gelang dies deutlich besser. So mussten sich die Schleswig-Holsteiner mit dem 5. Platz begnügen. Der enttäuschte Herny Trummer sagte nach dem Rennen: „Es gelang uns dieses mal nicht, unser Rennen sauber und konzentriert durchzufahren. Unsere Gegner gingen mit Druck besser um und waren so schneller als wir. Das ist bitter, aber wir akzeptieren das und haben ihnen gratuliert.“

Ole Bachus auf Schlag

Ole Bachus auf Schlag

Gleich mehrfach Grund zur Freude hatte der 17jährige Ole Bachus. Bereits im Vorjahr wurde er Deutscher Meister. In der nächsthöheren Altersklasse profitierte er vor allem von seinen Qualitäten als Schlagmann. Im Vierer der Leichtgewichte fuhr seine Mannschaft mit Maximilian Melle und Niklas Habermann aus Kiel und Raphael Gertz aus Friedrichstadt ein dramatisches Rennen. Nach gutem Start verloren sie im mittleren Streckenabschnitt den Anschluss zu den Medaillenplätzen. 500 m vor dem Ziel hatte das Boot fast aussichtslose 1 ½  Bootslängen Rückstand auf den 3. Platz. Doch dann drehte Schlagmann Ole Bachus unterstützt von seiner Mannschaft auf. Mit einem schon fast unheimlichen Endspurt sicherte sich die Crew aus dem Norden hinter Berlin und Münster ganze 8 Hundertstelsekunden vor München den Bronzerang. Endsprechend große war die Freude im Ziel. Raphael Gertz aus Friedrichstadt jubelte: Ole hat das wirklich phantastisch gemacht und die ganze Mannschaft mitgerissen. Solche Rennen machen riesigen Spaß.“ Mit der Euphorie des Vierers traten die vier jungen Schleswig-Holsteiner in einer überregionalen Renngemeinschaft im Achter an. Dieses Rennen war zwar weniger spannend, aber trotzdem sehr erfolgreich. Hinter einer Mannschaft aus Nordrhein-Westphalen sicherte sich die Crew um Schlagmann Ole Bachus die Silbermedaille. „Jetzt habe ich einen kompletten Medaillensatz von den Deutschen Meisterschaften Obwohl ich dem jüngeren Jahrgang meiner Altersklasse angehöre, hatte ich eine tolle Saison. Das macht Lust auf mehr.“ , freute sich Ole Bachus.

Michael Schürmann

Hinterlasse eine Antwort